Fotografie ganz einfach

Es ist nicht immer notwendig, einen riesigen technischen Aufwand zu treiben, um zu Astro-Aufnahmen zu kommen. In den letzten Jahren ist mir in zunehmendem Maße aufgefallen, wie sehr Hobby-Astronomen technisch aufgerüstet haben. Die Resultate können sich mehr als sehen lassen. Mit gekühlten CCD-Kameras und Autoguidern an mittelgroßen Amateurteleskopen auf High-Tech-Montierungen werden mitterweile Aufnahmen in einer Auflösung erreicht, wie sie bis vor wenigen Jahren den Profis an den wenigen Großteleskopen dieser Welt vorbehalten waren. Die atemberaubenden Fotos können allmonatlich in Fachzeitschriften wie "Sterne und Weltraum" und anderen und im Internet bewundert werden.

Ich habe großen Respekt für die tollen Fotos dieser Perfektionisten. Schade ist aber der Zerfall in eine Art 2-Klassen-Gesellschaft. Die einen, denen das teuerste Equipment gerade gut genug ist und die anderen, die einfach nur die Erinnerung an eine tolle Beobachtung im Bild festhalten möchten. Diese trauen sich aber nicht, ihre Fotos zu veröffentlichen, da sie fürchten, von der anderen Fraktion milde belächelt zu werden.

Dass dies nicht so sein muss, belegt unser Sternfreund Oswald Dörwang eindrucksvoll mit seinen Fotos. Alle diese Aufnahmen haben gemeinsam, dass sie auf sehr einfache Weise entstanden sind. Einfach genug, um alle Anfänger der Astro-Fotografie zu ermutigen einfach selbst loszulegen. Ich finde es geradezu fantastisch, wie schön seine Fotos geworden sind - und das mit nur geringem Aufwand.

Wolfgang Stegmüller, im August 2007

Aber sehen Sie selbst, hier seine "Low-Tech" Fotos:
Und dies ist seine Methode:

Kamera EOS 350D mit 300 mm Objektiv huckepack auf sein Teleskop mit motorisierter Nachführung. Objekt anvisiert und einfach mitlaufenlassen (ohne Nachführkontrolle).
Empfindlichkeit 1600 ASA, Belichtungszeit 30 Sekunden.

Alle Fotos entstanden am 11. August 2007 auf der ca. 1000 Meter hohen Hohloh im Schwarzwald.

Wildentenhaufen M11  
Kugelsternhaufen M13  
Omeganebel oder auch Schwanennebel M17  
Hantelnebel M27  

Ringnebel in der Leier M57

Das untere Bild stellt eine Ausschnittsvergrößerung des oberen Bildes dar. Sehr schön ist die Ringform erkennbar.